News Schwarzwald

Unsere Top 5 der merkwürdigsten Schwarzwald-Lieder

Nostalgischer Plattenspieler mit Schallplatte. // Foto: Aline Ponce / pixabay.com

Der Schwarzwald – Bollenhut, Kuckucksuhren, die leckere Torte. Aber auch abseits aller Klischees haben die Landschaften und ihre Menschen zu Melodien und Geschichten inspiriert. Wir präsentieren: Unsere Top 5 der merkwürdigsten Schwarzwald-Lieder.

 

Platz 5
Jud’s Gallery „Nordrach“

Krautrock aus der Ortenau, benannt nach einem Schwarzwald-Dorf unweit von Offenburg. Der nordirische Ausnahme-Gitarrist Gary Moore (R.I.P.) soll Mitte der 1970er Jahren den Musikanten von Jud’s Gallery die nette Melodie aus dem Schlussteil von „Nordrach“ (ab Minute 5.23) gemopst und 1990 zu seinem Welthit „Still Got The Blues For You“ verwurstelt haben. Der Fall landete zehn Jahre später vor Gericht – in Bayern. Das Verfahren zog und zog sich. 2008 das Urteil: Gary soll abgekupfert haben. Tja, wer hätte bis dahin gedacht, dass einmal ein Instrumental-Stück über eine badische Randgemeinde das Landgericht München beschäftigen würde? 

 


Platz 4
Tony Marshall „In Freudenstadt im Schwarzwald“

Oh la la, lieber Tony. Ganz schön schlüpfrig, was die legendäre Stimmungskanone aus Baden-Baden hier zum Besten gibt. Die Single erschien 1986. Nette Schunkel-Melodie von Jack White, der Text von Kurt Hertha strotzt nur so vor kaschierten Schlüpfrigkeiten. „In Freudenstadt im Schwarzwald, da sind die Freuden groß“, „wie die Jungfrau zum Kind gekommen“, „über Nacht zum Vater gemacht“. Natürlich spielt auch der Storch eine tragende Rolle. Am Ende trällert der „Fröhlichmacher der Nation“, dass dieses Mädel von damals längst seine Frau sei. Die Freuden in Freudenstadt münden also in den Hafen der Ehe. Uff, gerade noch so die heile Welt gerettet.

 


Platz 3:
Vanessa Daou „Near The Black Forest“

Mit Schwarzwald-Romantik hat das nichts zu tun. Eher mit lasziver Schwarzwald-Depression. Das Lied handelt von einer weiblichen Person, die in einem Haus ganz in der Nähe des Schwarzwalds lebt. Sie hat keine Uhr. Beginnt an den Wänden zu lauschen. Und stellt fest: Die Nachbarn haben 20 Uhren, die jeden abgelaufenen Tag feiern. Oje, hört sich ja nicht gerade gesund an. Was ist das wohl für ein Haus? Wo in Schwarzwald-Nähe könnte dieses eigenartige Gebäude stehen? Egal. Der Song aus dem Jahr 1995 ist jedenfalls ganz schön groovy. Ein elegant-elegischer Mix aus Cocktail-Jazz und damals angesagtem Trip-Hop.

 


Platz 2:
Die Fröhlichen Sänger „Schwarzwaldmarie“

Helles Lachen, ein Herz wie Sonnenschein – das kann ja nur die Schwarzwaldmarie sein. Ursprünglich ist das Lied eine Marsch-Polka aus der Feder von Karl Golgowsky (Text) und Martin Binder (Musik). Seit 1961 zieht der Gassenhauer seine Schneisen durch den Schwarzwald und weit darüber hinaus. Wer schon alles diese Marie mit den süßen Grübchen besungen hat: die Dorfrocker, Gabi Seitz mit DJ Kult, die Original Harzwald-Musikanten mit dem Schwabenland-Duo, Die Wandergesellen, und, und, und. Ganz nett und harmlos klingt die Version von „Die Fröhlichen Sänger“. Wer das Video sieht, stellt sich aber schon bald die spannende Frage: Wieso hopst zur Schwarzwaldmarie eine prominente Holländerin wie Kai aus der Kiste? 

 


Platz 1:
Horst Jankowski „A Walk In The Black Forest“

Es war der Überraschungserfolg des Jahres 1965: Horst Jankowskis Instrumental-Stück über „Eine Schwarzwaldfahrt“ landete in den USA als „A Walk In The Black Forst“ auf Platz 12 der Single-Charts. In Großbritannien kletterte die Melodie bis auf Platz 3. Internationale Top-Stars wie Quincy Jones, Herb Alpert oder Ray Conniff nahmen Coverversionen auf. In Amerika nannte man Jankowski fortan „Mr. Black Forest“. Der gebürtige Berliner und begnadete Pianist galt als „Jazz-Wunderkind“. Spielte mit Größen wie Miles Davis, Benny Goodman oder Ella Fitzgerald. 1961 schüttelte er für ein Werbefilmchen die Melodie für „Eine Schwarzwaldfahrt“ eher nebenbei aus dem Ärmel, verkaufte die Rechte für 125 D-Mark in die USA. 1965 dann der Riesenerfolg. Dumm gelaufen. Jankowski wurde zwar berühmt. Der Jazzer fühlte sich aber fortan in die Schublade der leichten Muse gesteckt. Zuletzt lebte Horst Jankowski in Radolfszell am Bodensee, wo er 1998 starb. Sein Ohrwurm lebt weiter. Diese eigenartig kitschige und heiter dahin swingende Melodie hat aber auch zeitlosen Charme.

 

Viel Spaß beim Hören unserer Top 5 der merkwürdigsten Lieder über den Schwarzwald.
Kennt ihr weitere Lieder und Melodien über das heimelige Mittelgebirge, die ihr hier vermisst? Schreibt einen Kommentar, macht uns auf weitere musikalische Merkwürdigkeiten aufmerksam. Wir freuen uns über jede Anregung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.