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Darf ich einfach so in den Wald pinkeln? 5 Tipps für die Notdurft unterwegs

Klopapier im Wald: Wer unterwegs eine Notdurft verrichten muss, sollte ein paar Dinge berücksichtigten.

Mitten im Wald: Die Blase drückt, ein großes Geschäft bahnt sich an. Weit und breit kein WC. Und jetzt? Es liegt nah, ein stilles Örtchen in den Büschen zu suchen. Aber: Darf man denn so einfach? Und wenn’s denn sein muss, wie verhalte ich mich am besten? Fünf Tipps, wenn die Notdurft unterwegs all zu dringend wird. 

1. Aufgepasst, Wildpinkler!

Die Rechtslage ist komplexer als ein Verdauungstrakt. Wer einfach irgendwo hinstrullt kann laut Bußgeldkatalog im Extremfall bis zu einem Jahr im Knast seine Runde wandern. Ob Straßenecke oder Wald: Urinieren und Abkacken in der Öffentlichkeit ist nicht erlaubt. Fühlen sich Passanten gestört oder werden gar Kinder dem Anblick ausgesetzt, gilt das als „Erregung öffentlichen Ärgernisses“. Keine Bange: Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter. Wer in Wald und Flur mal dringend muss, kann mit dem Verständnis aller rechnen. Sollte der (Not-) Fall eintreten, dass erschreckte Passanten ein wegen Notdurft entblößtes Hinterteil im Wald zur Anzeige bringen, wäre das in der Regel eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Region könnten dann zirka 35 Euro fällig werden. Kurzum: Wildpinkeln ist kein Kavaliersdelikt. Wichtig ist – auch wenn’s mal allzu dringend ist: Rücksicht auf Mitmenschen und Natur zu nehmen.

2. Zuhause schon für Notdurft vorsorgen

Am besten schon Zuhause überlegen, wie auf der Strecke umweltverträglich gestrullt oder gekotet werden kann. Wie wäre es mit ein paar Hundetütchen, um das große Geschäft einsammeln und im nächsten Mülleimer entsorgen zu können? Papiertaschentücher brauchen übrigens etwa ein halbes Jahr bis sie in der Natur abgebaut sind. Besser für die Umwelt sind Taschentücher aus recyceltem Papier. Bist du öfters unterwegs? Dann wäre Camping-Klopapier eine gute Anschaffung – es verrottet deutlich schneller. In Outdoor-Geschäften gibt’s für unterwegs übrigens auch Pipi-Hilfen oder auch Nottoiletten wie „Biffy Bag„, „Ladybag“ oder „Travel John“ , die Urin auffangen und bis zum nächsten Entsorgungspunkt transportfähig machen.

3. Abörtchen mit Umsicht suchen

Wenn’s drauf ankommt und die Sache eilt, trotzdem den Überblick behalten. Das Örtchen mit Bedacht wählen; nicht einfach drauf los rennen und sich womöglich in die Brennnesseln setzen, sich in dornigem Gebüsch erleichtern oder gar einen Abhang hinab kullern. Nicht vergessen: Zecken-Gefahr! Möglichst eine Stelle suchen, die frei von Bewuchs ist.

4. Beim wilden Erleichtern Rücksicht nehmen

Ob Felsen, Jagdstände oder Orte, wo Beeren und Pilze wachsen: Auch abseits des Wanderwegs können Leute häufiger als gedacht unterwegs sein. Bei der Platzwahl also auch berücksichtigen, ob sich hier unter Umständen auch andere noch aufhalten könnten. Felsüberhänge zum Beispiel bieten bei Regen Schutz – ärgerlich, wenn dort mit Taschentüchern garnierte Häufchen die frische Luft beeinträchtigen. Am besten also …

5. Häufchen vergraben

Klar, wir Mensch sind auch Teil der Natur. Allerdings können menschliche Fäkalien weitaus stärker als bei Tieren mit Bakterien und weiteren Substanzen belastet sein. Der Begriff „Sondermüll“ mag übertrieben sein. Jedoch unbedingt darauf achten, das Geschäft nicht in der Nähe von Bächen, Seen oder gar Wasserquellen zu verrichten. Beim Abkoten auch berücksichtigen, wie sich die Fäkalien bei heftigem Regen womöglich verteilen könnten. Häufchen daher am besten zirka 15 Zentimeter tief vergraben. Zum Beispiel mit einem Stein oder festen Stock. Für Profi-Abkacker gibt es in Outdoor-Geschäften auch kleine, leichte Spaten für unterwegs.

Was für Erfahrungen habt ihr rund ums Notdurft-Verrichten in Mutter Natur gemacht?
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