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Bergwerk Frischglück: Wo Männer einst Zipfelmützen trugen

Mit Schutzhelm und gelben Mäntelchen werden Besucher durch das Bergwerk Frischglück geführt

Was hatten Schneewitchens Zwerge und die Männer im Bergwerk Frischglück gemeinsam? Genau – Zipfelmützen! Aus guten Grund: Einst waren Zipfelmützen die Schutzhelme von heute. Niedrige Stollen, Gefahr von Geröll: Die kegelförmigen Mützen wurden mit Stroh oder Moos gefüllt. So schützten die Bergleute ihre Köpfe bei ihrer harten Arbeit in den niedrigen Stollen. In dem ehemaligen „Königlich-Württembergischen Eisenerzbergwerk“ gibt’s noch einige Aha-Erlebnisse mehr. 

Start und Ziel der kleinen Wanderung ist der Schlosshof von Neuenbürg. Die Strecke ist gut ausgeschildert – auch für Kinderwagen geeignet. Vier Kilometer sind es bis zum Bergwerk Frischglück. Auf dem Wegweiser im Schlosshof steht: Dauer zirka 50 Minuten. Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist, sollte für den Hinweg jedoch mindestens 90 Minuten einplanen. Die Tour hat einige Steigungen, unterwegs gibt es immer wieder etwas zu entdecken.

Überraschungen auf dem Weg zum Bergwerk Frischglück

Die Route führt vom Schlossberg runter, dann relativ steil hinauf in den Wald. Zwischendurch öffnet sich der Blick auf das nette Städtchen im Tal. Beeindruckend: Die Fabrik mit dem hohen, schlanken Schornstein, aus dem es ganz schön qualmt. „Stinkt ein bisschen“, die Kleine rümpft ihre Nase. Bald ist der Herbstwald erreicht. Und hier riecht es frisch und würzig – immer wieder ein Hauch von Waldmeister. Die Sonne blinzelt durch Tannen, im Mischwald leuchten gelb-orangene Blätter. Die Füße rascheln durchs Laub. Eine schöne, kurzweilige Strecke. Auf Dauer für Kinder aber auch etwas anstrengend: Zum Bergwerk geht es stetig bergauf – mal etwas mehr, mal etwas weniger.

Tipp für Familien:
Mit Kindern auf dem Hinweg nach etwa 45 Minuten eine Rast einplanen.

Der Weg zum Bergwerk Frischglück führt über Waldwege, die für Kinderwägen geeignet sind.
Der Weg zum Bergwerk Frischglück führt über Waldwege, die für Kinderwägen geeignet sind.

Am Wegesrand gibt es kleine Überraschungen. Was huscht da durch den Wald? „Vorsicht, giftig!“ Im Unterholz steht ein Fliegenpilz. Natürlich wird das Lied vom Männlein angestimmt, das da im Wald herumsteht. Zwischendurch flattern Amseln aus Büschen auf. Schnecken mit merkwürdigen Häuschen kreuzen den Weg. Ein Salamander flüchtet ins Gras.

Immer wieder ziehen Info-Tafeln die Aufmerksamkeit auf sich. Sie sind Teil des „Spectaculum Ferrum Pfads“. Dieser Rundweg – auch Eisenpfad genannt – führt vom Bahnhof Neuenbürg aus über den Schlossberg an einigen stillgelegten Stollen vorbei zum Besucher-Bergwerk Frischglück. Die Tafeln erzählen die 2.500 Jahre lange Geschichte des Eisenerz-Abbaus in den Wäldern rund um Neuenbürg – von den Kelten über die Römer bis hin  zur endgültigen Schließung der königlich-württembergischen Minen im späten 19. Jahrhundert.

Unterwegs bietet bereits der vergitterte Eingang zum Lothar-Reinhard-Stollen einen Vorgeschmack auf das Besucher-Bergwerk Frischglück. Jetzt ist es nicht mehr weit – nur noch einige hundert Meter. Der Weg gabelt sich. Mit Kinderwagen empfiehlt sich der linke Pfad, der ein kleines bisschen länger ist. Rechts geht es relativ steil bergab zum Besucher-Parkplatz, von dort führen Treppen zum Stollen.

Mit Helm und Mäntelchen geht’s in den Berg

Endlich am Ziel. Die Kinder klettern als Erstes auf den schwarzen Loren herum, die vor dem Eingang zum Stollen stehen. In einer Holzhütte lädt die rustikale Stollen-Schenke zum Vespern ein. Nebenan am Kiosk können Eintrittskarten gekauft werden: Erwachsene zahlen 5 Euro pro Person, Teenies 4, Kinder zwischen drei unter elf Jahren 3 Euro. Für Kinderwägen sind die Stollen nicht geeignet. Jetzt geht’s los: Alle bekommen einen Schutzhelm und ein gelbes Schutz-Mäntelchen um. Dann lotst uns der Führer in den Berg hinein.

Der Eingang zum Bergwerk Frischglück
Die Postkarte vom Bergwerk Frischglück gibt einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher erleben werden, sobald sie durch das Tor die Grube betreten.

Enge Stollen, fahles Licht. Ein Dreiviertelstündchen später sind Groß und Klein um einiges schlauer. Bei der fachkundigen Führung erfahren wir viel über die tausende Jahre alte Geschichte der Eisenverhüttung im Schwarzwald. Und zum Beispiel, warum Mangan-Erz heute in Autos eine wichtige Rolle spielt. Oder wieso Mineralogen aller Welt wegen einer Sonderbarkeit im Frischglück-Stollen schier aus dem Häuschen geraten. Wieso ein Bäcker seine Christstollen im Berg lagert. Wer die Schutzpartronin der Bergleute ist, wird selbstverständlich auch verraten: die heilige Barbara. Schon mal darüber nachgedacht, warum Schneewittchens Zwerge Zipfelmützen tragen? Klar, ihre Kumpels sind Bergleute.

Tipp: 
Wer das Bergwerk im Sommer besucht, sollte warme Sachen einpacken. Im Berg ist es kühl. Die Temperatur im Stollen beträgt 8 Grad Celsius. 

Nach der Besichtigung wandern wir den selben Weg wieder zurück zum Schlosshof. Bergab schaffen wir es in knapp 60 Minuten. Eigentlich wollten wir auch noch das Schloss besuchen. Doch dafür ist es jetzt zu spät. Macht nichts. Der Ausflug nach Neuenbürg war schön, gerne kommen wir wieder. Denn das Schloss hat etwas Spannendes im Angebot: das Hauff-Märchen „Das kalte Herz“ als Multimedia-Aufführung.

Noch ein Tipp für den Sommer: Vom Bergwerk Frischglück ist es nicht weit ins Freibad von Neuenbürg. Das Besondere: Badegäste schwimmen und planschen in Quellwasser aus dem Schwarzwald. Schwimmer- und Nichtschwimmbecken sind beheizt. Eine Freude für die Kleinen ist der Wasserspielplatz mit seiner Matschzone. Das Schwimmbad mit seinen weitläufigen Liegewiesen liegt im Tal und bietet ein schönes Schwarzwald-Panorama. Das Freibad startet 2014 am 25. Mai in die Badesaison. Infos über Öffnungszeiten, Eintrittspreise auf der Website vom Freibad Neuenbürg 

Samstags, sonn- und feiertags werden Gäste durchs Bergwerk Frischglück geführt.

 

Besucher-Bergwerk Frischglück

Saison 2014:
5. April bis Ende Oktober

Öffnungszeiten:
Samstag, Sonntag, Feiertag 10 bis 17 Uhr. Um 16.15 Uhr beginnt jeweils die letzte Führung des Tages. Voranmeldung ist nicht nötig.

Gruppenführungen:
Können auch an anderen Tagen verabredet werden. Auf der Frischglück-Website gibt es ein Anmeldeformular.

Sonderführungen:
Das Besucher-Bergwerk bietet Taschenlampen-Führungen an – auch für Kindergeburtstage.  Zudem sind Abenteuer-Führungen in Stollenbereiche möglich, die im Original-Zustand und für den normalen Besucher-Verkehr nicht erschlossen sind.

Nähere Infos und Kontakt:
www.frischglueck.de

 

Weitere Besucher-Bergwerke in der Region

Im Schwarzwald gibt es zahlreiche Bergwerke, die besichtigt werden können. Einen guten Überblick bietet die Website schwarzwald-geniessen.de

Im Elsass können drei Bergwerke in Steinbach-Silberthal besichtigt werden.

Im Pfälzerwald gab es in früheren Zeiten einige Gruben. Besucher-Bergwerke gibt es in Imsbach, Nothweiler und Wolfstein.

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Bergwerk Frischglück

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Bergwerk Frischglück 48.833385, 8.593186

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